1) Alles neu macht der Mai,

macht die Seele frisch und frei.

Laßt das Haus, kommt hinaus!

Windet einen Strauß!

Rings erglänzet Sonnenschein,

duftend prangen Flur und Hain:

Vogelsang, Hörnerklang

tönt den Wald entlang.


2) Wir durchziehen Saaten grün,

Haine, die ergötzend blüh'n,

Waldespracht, neu gemacht

nach des Winters Nacht.

Dort im Schatten an dem Quell

rieselnd munter silberhell

Klein und Groß ruht im Moos,

wie im weichen Schoß.


3)Hier und dort, fort und fort,

wo wir ziehen, Ort für Ort,

alles freut sich der Zeit,

die verschönt erneut.

Widerschein der Schöpfung blüht

uns erneuend im Gemüt.

Alles neu, frisch und frei

macht der holde Mai.



Hermann Adam von Kamp