1) Es war eine Mutter, die hatte vier Kinder,

den Frühling, den Sommer, den Herbst und den Winter.


2) Der Frühling bringt Blumen, der Sommer den Klee,

der Herbst, der bringt Trauben, der Winter den Schnee.


1) Trarira, der Sommer, der ist da!

Wir wollen in den Garten

und woll'n des Sommers warten.

Ja, ja, ja, der Sommer, der ist da!


2) Trarira, der Sommer, der ist da!

Wir wollen hinter die Hecken

und woll'n den Sommer wecken.

Ja, ja, ja, der Sommer, der ist da!


3) Trarira, der Sommer, der ist da!

Der Sommer hat gewonnen,

der Winter hat verloren.

Ja, ja, ja, der Sommer, der ist da!


1) Geh aus, mein Herz, und suche Freud

in dieser lieben Sommerzeit

an deines Gottes Gaben;

schau an der schönen Gärten Zier

und siehe, wie sie mir und dir

sich ausgeschmücket haben,

sich ausgeschmücket haben.


2) Die Bäume stehen voller Laub,

das Erdreich decket seinen Staub

mit einem grünen Kleide;

Narzissus und die Tulipan,

die ziehen sich viel schöner an

als Salomonis Seide,

als Salomonis Seide.


3) Die Lerche schwingt sich in die Luft,

das Täublein fliegt aus seiner Kluft

und macht sich in die Wälder;

die hochbegabte Nachtigall

ergötzt und füllt mit ihrem Schall

Berg, Hügel, Tal und Felder,

Berg, Hügel, Tal und Felder.


4) Die Glucke führt ihr Völklein aus,

der Storch baut und bewohnt sein Haus,

das Schwälblein speist die Jungen,

der schnelle Hirsch, das leichte Reh

ist froh und kommt aus seiner Höh

ins tiefe Gras gesprungen,

ins tiefe Gras gesprungen.


5) Die Bächlein rauschen in dem Sand

und malen sich an ihrem Rand

mit schattenreichen Myrten;

die Wiesen liegen hart dabei

und klingen ganz vom Lustgeschrei

der Schaf und ihrer Hirten,

der Schaf und ihrer Hirten.


6) Die unverdroßne Bienenschar

fliegt hin und her, sucht hier und da

ihr edle Honigspeise;

des süßen Weinstocks starker Saft

bringt täglich neue Stärk und Kraft

in seinem schwachen Reise,

in seinem schwachen Reise.


7) Der Weizen wächset mit Gewalt;

darüber jauchzet jung und alt

und rühmt die große Güte

des, der so überfließend labt

und mit so manchem Gut begabt

das menschliche Gemüte,

das menschliche Gemüte.


8) Ich selber kann und mag nicht ruhn,

des großen Gottes großes Tun

erweckt mir alle Sinnen;

ich singe mit, wenn alles singt,

und lasse, was dem Höchsten klingt,

aus meinem Herzen rinnen,

aus meinem Herzen rinnen.


1) Wir pflügen, und wir streuen

den Samen auf das Land,

doch Wachstum und Gedeihen

steht in des Himmels Hand:

der tut mit leisem Wehen

sich mild und heimlich auf

und träuft, wenn heim wir gehen,

Wuchs und Gedeihen drauf.

Refr.: 

Alle gute Gabe kommt her von Gott dem Herrn,

drum dankt ihm, dankt, drum dankt ihm, dankt 

und hofft auf ihn!


2) Er sendet Tau und Regen

und Sonn- und Mondenschein,

er wickelt seinen Segen

gar zart und künstlich ein

und bringt ihn dann behende

in unser Feld und Brot:

es geht durch unsre Hände,

kommt aber her von Gott.


3) Was nah ist und was ferne,

von Gott kommt alles her,

der Strohhalm und die Sterne,

der Sperling und das Meer.

Von ihm sind Büsch und Blätter

und Korn und Obst von ihm,

das schöne Frühlingswetter

und Schnee und Ungestüm.


4) Er läßt die Sonn aufgehen,

er stellt des Mondes Lauf;

er läßt die Winde wehen

und tut den Himmel auf.

Er schenkt uns so viel Freude,

er macht uns frisch und rot;

er gibt den Kühen Weide

und unsern Kindern Brot.


1) Es klappert die Mühle am rauschenden Bach, klipp klapp.

Bei Tag und bei Nacht ist der Müller stets wach, klipp klapp.

Er mahlet uns Korn zu dem kräftigen Brot,

und haben wir solches, so hat's keine Not.

Klipp klapp, klipp klapp, klipp klapp!


2) Flink laufen die Räder und drehen den Stein, klipp klapp,

und mahlen den Weizen zu Mehl uns so fein, klipp klapp.

Der Bäcker dann Zwieback und Kuchen draus bäckt,

der immer den Kindern besonders gut schmeckt.

Klipp klapp, klipp klapp, klipp klapp!


3) Wenn reichliche Körner das Ackerfeld trägt, klipp klapp,

die Mühle dann flink ihre Räder bewegt, klipp klapp.

Und schenkt uns der Himmel nur immerdar Brot,

so sind wir geborgen und leiden nicht Not.

Klipp klapp, klipp klapp, klipp klapp!


1) Es, es, es und es,

Es ist ein harter Schluß,

Weil, weil, weil und weil,

Weil ich aus Frankfurt muß.

Drum schlag ich Frankfurt aus dem Sinn

Und wende mich, Gott weiß wohin.

Ich will mein Glück probieren,

Marschieren.


2) |: Er, er, er und er,

Herr Meister, leb er wohl! :|

Ich sags ihm grad frei ins Gesicht,

Seine Arbeit, die gefällt mir nicht.

Ich will mein Glück probieren,

Marschieren.


3) |: Sie, sie, sie und sie,

Frau Meisterin, leb sie wohl! :|

Ich sags ihr grad frei ins Gesicht,

Ihr Speck und Kraut, das schmeckt mir nicht.

Ich will mein Glück probieren,

Marschieren.


4) |: Er, er, er und er,

Herr Wirt, nun leb er wohl! :|

Hätt' er die Kreide nicht doppelt g'schrieb'n,

So wär ich länger dageblieben.

Ich will mein Glück probieren,

Marschieren.


6) |: Ihr, ihr, ihr und ihr,

Ihr Brüder, lebet wohl! :|

Hab ich Euch was zu Leid getan,

So bitt ich um Verzeihung an.

Ich will mein Glück probieren,

Marschieren.


1) Schön ist die Welt, drum Brüder,

laßt uns reisen wohl in die weite Welt,

wohl in die weite Welt.


2) Wir sind nicht stolz,

wir brauchen keine Pferde,

die uns von dannen ziehn.


3) Wir steig'n hinauf

auf Berge und Hügel,

wo uns die Sonne sticht.


4) Wir laben uns

an jeder Felsenquelle

wo frisches Wasser fließt.


5) Wir reisen fort

von einer Stadt zur andern,

wo uns die Luft gefällt.


1) Das Wandern ist des Müllers Lust,

das Wandern.

Das muß ein schlechter Müller sein,

dem niemals fiel das Wandern ein,

das Wandern.


2) Vom Wasser haben wir's gelernt,

vom Wasser:

Das hat nicht Rast bei Tag und Nacht,

ist stets auf Wanderschaft bedacht,

das Wasser.


3) Das sehn wir auch den Rädern ab,

den Rädern:

Die gar nicht gerne stille stehn,

die sich mein Tag nicht müde drehn,

die Räder.


4) Die Steine selbst, so schwer sie sind,

die Steine,

sie tanzen mit den muntern Reih'n

und wollen gar noch schneller sein,

die Steine.


5) O Wandern, Wandern meine Lust,

o Wandern!

Herr Meister und Frau Meisterin,

laßt mich in Frieden weiter ziehn

und wandern.


1) Wem Gott will rechte Gunst erweisen,

Den schickt er in die weite Welt,

Dem will er seine Wunder weisen

In Berg und Wald und Strom und Feld.


2) Die Trägen die zu Hause liegen,

Erquicket nicht das Morgenrot,

Sie wissen nur von Kinderwiegen,

Von Sorgen, Last und Not um Brot.


3) Die Bächlein von den Bergen springen,

Die Lerchen schwirren hoch vor Lust,

Was soll ich nicht mit ihnen singen

Aus voller Kehl und frischer Brust?


4) Den lieben Gott laß ich nun walten,

Der Bächlein, Lerchen, Wald und Feld

Und Erd und Himmel will erhalten,

Hat auch mein Sach aufs best bestellt.


1) Wer recht in Freuden wandern will,

der geht der Sonn entgegen.

Da ist der Wald so kirchenstill,

kein Lüftchen mag sich regen.

Noch sind nicht die Lerchen wach,

nur im hohen Gras der Bach singt leise den Morgensegen.


2) Die ganze Welt ist wie ein Buch,

darin uns aufgeschrieben

in bunten Zeilen manch ein Spruch,

wie Gott uns treu geblieben;

Wald und Blumen, nah und fern,

und der helle Morgenstern

sind Zeugen von seinem Lieben.


3) Da zieht die Andacht wie ein Hauch

durch alle Sinnen leise;

da pocht ans herz die lieb auch

in ihrer stillen Wiese,

pocht und pocht, bis sich's erschließt

und die Lippe überfließt

von lautem, jubelndem Preise.


4) Und plötzlich läßt die Nachtigall

im Busch ihr Lied erklingen;

im Berg und Tal erwacht der Schall

und will sich aufwärts schwingen,

und der Morgenröte Schein

stimmt in lichter Glut mit ein:

Laßt uns dem Herrn lobsingen.


1) Wohlauf! es ruft der Sonnenschein

hinaus in Gottes Welt!

geht munter in die Welt hinein

und wandelt übers Feld!


2) Es bleibt der Strom nicht ruhig stehn

gar lustig rauscht er fort.

Hörst Du des Windes muntres Wehn?

Es braust von Ort zu Ort


3) Es reist der Mond wohl hin und her

die Sonne ab und auf,

guckt über’n Berg und geht ins Meer

nie matt in ihrem Lauf


4) Und Mensch, du sitzest stets daheim

und sehnst dich nach der Fern’:

sei frisch und wandle durch den Hain

und sieh die Fremde gern!


1) Im schönsten Wiesengrunde

ist meiner Heimat Haus;

da zog ich manche Stunde

ins Tal hinaus.

Dich, mein stilles Tal,

grüß' ich tausendmal!

Da zog ich manche Stunde

ins Tal hinaus.


2) Wie Teppich reich gewoben,

Steht mir die Flur zur Schau;

O Wunderbild, und oben

Des Himmels Blau.

Dich mein stilles Tal

Grüß ich tausendmal!

O Wunderbild, und oben

Des Himmels Blau.


3) Herab von sonn'ger Halde

Ein frischer Odem zieht;

Es klingt aus nahem Walde

Der Vögel Lied.

Dich mein stilles Tal

Grüß ich tausendmal!

Es klingt aus nahem Walde

Der Vögel Lied.


1) Wie lieblich schallt im grünen Wald

des Waldhorns süßer Klang!

Der Widerhall im Eichental

hallts noch so lang, hallts noch so lang.


2) Und jeder Baum im weiten Raum

dünkt uns noch mal so grün;

es wallt der Bach dem Schatten nach.

Durch's Tal dahin, dahin.


3) Und jede Brust fühlt neue Lust

bei frohen Zwillingston;

es flieht der Schmerz aus jedem Herz

so gleich davon, davon.


1) Im Wald und auf der Heide,

da such ich meine Freude,

|: ich bin ein Jägersmann. :|

Die Forsten treu zu hegen,

das Wildbret zu erlegen,

|: mein' Lust hab' ich daran. :|

|: Hal-li, hallo, hal-li hallo,

mein' Lust hab' ich daran. :|


2) Trag' ich in meiner Tasche 

ein Trünklein in der Flasche, 

|: zwei Bissen liebes Brot, :|

brennt lustig meine Pfeife, 

wenn ich den Forst durch streife,

|: da hat es keine Not. :| 

|: Hal-li, hallo, hal-li hallo,

mein' Lust hab' ich daran. :|


3) Im Walde hingestrecket, 

den Tisch mit Moos mir decket 

|: die freundliche Natur;: | 

den treuen Hund zur Seite, 

ich mir das Mahl bereite 

|: auf Gottes freier Flur. :|

|: Hal-li, hallo, hal-li hallo,

mein' Lust hab' ich daran. :|


4) Und streich' ich durch die Wälder 

und zieh' ich durch die Felder

|: einsam den vollen Tag,: |

doch schwinden mir die Stunden 

gleich flüchtigen Sekunden,

|: tracht' ich dem Wilde nach. :|

|: Hal-li, hallo, hal-li hallo,

mein' Lust hab' ich daran. :|



1) So scheiden wir mit Sang und Klang,

leb wohl, du schöner Wald,

mit deinen kühlen Schatten,

mit deinen grünen Matten,

du süßer Aufenthalt, du süßer Aufenthalt.


2) Wir singen auf dem Heimweg noch

ein Lied der Dankbarkeit:

Lad ein wie heut'uns wieder

auf Laubesduft und Lieder

zur schönen Maienzeit.


3) Schaut hin, von fern noch hört's der Wald

in seiner Abendruh',

die Wipfel möcht' er neigen,

er rauschet mit den Zweigen,

lebt wohl, ruft er uns zu.


1) Abend wird es wieder:

über Wald und Feld

säuselt Frieden nieder,

und es ruht die Welt.


2) Nur der Bach ergießet

sich am Felsen dort,

und er braust und fließet

immer, immer fort.


3) Und kein Abend bringet

Frieden ihm und Ruh,

keine Glocke klinget

ihm ein Rastlied zu.


4) So in deinem Streben

bist, mein Herz, auch du:

Gott nur kann dir geben

wahre Abendruh.



1) Weißt du wieviel Sterne stehen

an dem blauen Himmelszelt?

Weißt du wieviel Wolken gehen

weithin über alle Welt?

Gott, der Herr, hat sie gezählet,

daß ihm auch nicht eines fehlet,

an der ganzen großen Zahl,

an der ganzen großen Zahl.


2) Weißt du wieviel Mücklein spielen

in der hellen Sonnenglut?

Wieviel Fischlein auch sich kühlen

in der hellen Wasserflut?

Gott, der Herr, rief sie mit Namen,

daß sie all’ ins Leben kamen

Daß sie nun so fröhlich sind

Daß sie nun so fröhlich sind.


3) Weißt du wieviel Kinder schlafen,

heute nacht im Bettelein?

Weißt du wieviel Träume kommen

zu den müden Kinderlein?

Gott, der Herr, hat sie gezählet,

daß ihm auch nicht eines fehlet,

kennt auch dich und hat dich lieb,

kennt auch dich und hat dich lieb.


4) Weißt du, wieviel Kinder frühe

stehn aus ihrem Bettlein auf,

Daß sie ohne Sorg und Mühe

fröhlich sind im Tageslauf?

Gott im Himmel hat an allen

seine Lust, sein Wohlgefallen,

Kennt auch dich und hat dich lieb.

Kennt auch dich und hat dich lieb.


1) Der Mond ist aufgegangen,

die goldnen Sternlein prangen

am Himmel hell und klar.

Der Wald steht schwarz und schweiget,

und aus den Wiesen steiget

der weiße Nebel wunderbar.


2) Wie ist die Welt so stille

und in der Dämmrung Hülle

so traulich und so hold

als eine stille Kammer,

wo ihr des Tages Jammer

verschlafen und vergessen sollt.


3) Seht ihr den Mond dort stehen?

Er ist nur halb zu sehen

und ist doch rund und schön.

So sind wohl manche Sachen,

die wir getrost belachen,

weil unsre Augen sie nicht sehn.


4) Wir stolzen Menschenkinder

sind eitel arme Sünder

und wissen gar nicht viel.

Wir spinnen Luftgespinste

und suchen viele Künste

und kommen weiter von dem Ziel.


5) Gott, lass dein Heil uns schauen,

auf nichts Vergänglichs trauen,

nicht Eitelkeit uns freun;

lass uns einfältig werden

und vor dir hier auf Erden

wie Kinder fromm und fröhlich sein.


7) So legt euch denn, ihr Brüder,

in Gottes Namen nieder;

kalt ist der Abendhauch.

Verschon uns, Gott, mit Strafen

und lass uns ruhig schlafen.

Und unsern kranken Nachbarn auch!


1) Kein schöner Land in dieser Zeit,

als hier das unsre weit und breit,

wo wir uns finden

wohl unter Linden

zur Abendzeit, Abendzeit.


2) Da haben wir so manche Stund'

gesessen wohl in froher Rund'

und taten singen;

die Lieder klingen

im Eichengrund.


3) Daß wir uns hier in diesem Tal

noch treffen so viel hundertmal,

Gott mag es schenken,

Gott mag es lenken,

er hat die Gnad'.


4) Nun, Brüder, eine gute Nacht,

der Herr im hohen Himmel wacht!

In seiner Güten

uns zu behüten

ist er bedacht.