1) Es war eine Mutter, die hatte vier Kinder,

den Frühling, den Sommer, den Herbst und den Winter.


2) Der Frühling bringt Blumen, der Sommer den Klee,

der Herbst, der bringt Trauben, der Winter den Schnee.


1) Bunt sind schon die Wälder,

gelb die Stoppelfelder,

und der Herbst beginnt.

Rote Blätter fallen,

graue Nebel wallen,

kühler weht der Wind.


2) Wie die volle Traube

aus dem Rebenlaube

purpurfarbig strahlt!

Am Geländer reifen

Pfirsiche, mit Streifen

rot und weiß bemalt.


3) Flinke Träger springen,

und die Mädchen singen,

alles jubelt froh!

Bunte Bänder schweben

zwischen hohen Reben

auf dem Hut von Stroh.


4) Geige tönt und Flöte

bei der Abendröte

und im Mondesglanz;

junge Winzerinnen

winken und beginnen

frohen Erntetanz


1) Es klappert die Mühle am rauschenden Bach, klipp klapp.

Bei Tag und bei Nacht ist der Müller stets wach, klipp klapp.

Er mahlet uns Korn zu dem kräftigen Brot,

und haben wir solches, so hat's keine Not.

Klipp klapp, klipp klapp, klipp klapp!


2) Flink laufen die Räder und drehen den Stein, klipp klapp,

und mahlen den Weizen zu Mehl uns so fein, klipp klapp.

Der Bäcker dann Zwieback und Kuchen draus bäckt,

der immer den Kindern besonders gut schmeckt.

Klipp klapp, klipp klapp, klipp klapp!


3) Wenn reichliche Körner das Ackerfeld trägt, klipp klapp,

die Mühle dann flink ihre Räder bewegt, klipp klapp.

Und schenkt uns der Himmel nur immerdar Brot,

so sind wir geborgen und leiden nicht Not.

Klipp klapp, klipp klapp, klipp klapp!


Backe, backe Kuchen,

Der Bäcker hat gerufen.

Wer will guten Kuchen backen,

der muss haben sieben Sachen,

Eier und Schmalz,

Zucker und Salz,

Milch und Mehl,

Safran macht den Kuchen gehl!

Schieb, schieb in’n Ofen ’nein.


1) Wir pflügen, und wir streuen

den Samen auf das Land,

doch Wachstum und Gedeihen

steht in des Himmels Hand:

der tut mit leisem Wehen

sich mild und heimlich auf

und träuft, wenn heim wir gehen,

Wuchs und Gedeihen drauf.

Refr.: 

Alle gute Gabe kommt her von Gott dem Herrn,

drum dankt ihm, dankt, drum dankt ihm, dankt 

und hofft auf ihn!


2) Er sendet Tau und Regen

und Sonn- und Mondenschein,

er wickelt seinen Segen

gar zart und künstlich ein

und bringt ihn dann behende

in unser Feld und Brot:

es geht durch unsre Hände,

kommt aber her von Gott.


3) Was nah ist und was ferne,

von Gott kommt alles her,

der Strohhalm und die Sterne,

der Sperling und das Meer.

Von ihm sind Büsch und Blätter

und Korn und Obst von ihm,

das schöne Frühlingswetter

und Schnee und Ungestüm.


4) Er läßt die Sonn aufgehen,

er stellt des Mondes Lauf;

er läßt die Winde wehen

und tut den Himmel auf.

Er schenkt uns so viel Freude,

er macht uns frisch und rot;

er gibt den Kühen Weide

und unsern Kindern Brot.


1) Wer will fleißige Handwerker seh'n,

der muß zu uns Kindern geh'n.

|: Stein auf Stein, :|

das Häuschen wird bald fertig sein.


2) Wer will fleißige Handwerker seh'n,

der muß zu uns Kindern geh'n.

|: O wie fein, :|

der Glaser setzt die Scheiben ein.


3) Wer will fleißige Handwerker seh'n,

der muß zu uns Kindern geh'n.

|: Tauchet ein, :|

der Maler streicht die Wände fein.


4) Wer will fleißige Handwerker seh'n,

der muß zu uns Kindern geh'n.

|: Zisch, zisch, zisch, :|

der Tischler hobelt glatt den Tisch.


5) Wer will fleißige Handwerker seh'n,

der muß zu uns Kindern geh'n.

|: Trapp, trapp, drein, :|

jetzt geh'n wir von der Arbeit heim.


6) Wer will fleißige Handwerker seh'n,

der muß zu uns Kindern geh'n.

|: Poch, poch, poch, :|

der Schuster schustert zu das Loch.


7) Wer will fleißige Handwerker seh'n,

der muß zu uns Kindern geh'n.

|: Stich, stich, stich, :|

der Schneider näht ein Kleid für mich.


8) Wer will fleißige Handwerker seh'n,

der muß zu uns Kindern geh'n.

|: Rühre ein, :|

der Kuchen wird bald fertig sein.


9) Wer will fleißige Handwerker seh'n,

der muß zu uns Kindern geh'n.

|: Hopp, hopp, hopp, :|

jetzt tanzen alle im Galopp.


1) Das Wandern ist des Müllers Lust,

das Wandern.

Das muß ein schlechter Müller sein,

dem niemals fiel das Wandern ein,

das Wandern.


2) Vom Wasser haben wir's gelernt,

vom Wasser:

Das hat nicht Rast bei Tag und Nacht,

ist stets auf Wanderschaft bedacht,

das Wasser.


3) Das sehn wir auch den Rädern ab,

den Rädern:

Die gar nicht gerne stille stehn,

die sich mein Tag nicht müde drehn,

die Räder.


4) Die Steine selbst, so schwer sie sind,

die Steine,

sie tanzen mit den muntern Reih'n

und wollen gar noch schneller sein,

die Steine.


5) O Wandern, Wandern meine Lust,

o Wandern!

Herr Meister und Frau Meisterin,

laßt mich in Frieden weiter ziehn

und wandern.


1) Wem Gott will rechte Gunst erweisen,

Den schickt er in die weite Welt,

Dem will er seine Wunder weisen

In Berg und Wald und Strom und Feld.


2) Die Trägen die zu Hause liegen,

Erquicket nicht das Morgenrot,

Sie wissen nur von Kinderwiegen,

Von Sorgen, Last und Not um Brot.


3) Die Bächlein von den Bergen springen,

Die Lerchen schwirren hoch vor Lust,

Was soll ich nicht mit ihnen singen

Aus voller Kehl und frischer Brust?


4) Den lieben Gott laß ich nun walten,

Der Bächlein, Lerchen, Wald und Feld

Und Erd und Himmel will erhalten,

Hat auch mein Sach aufs best bestellt. 


1) Es, es, es und es,

Es ist ein harter Schluß,

Weil, weil, weil und weil,

Weil ich aus Frankfurt muß.

Drum schlag ich Frankfurt aus dem Sinn

Und wende mich, Gott weiß wohin.

Ich will mein Glück probieren,

Marschieren.


2) |: Er, er, er und er,

Herr Meister, leb er wohl! :|

Ich sags ihm grad frei ins Gesicht,

Seine Arbeit, die gefällt mir nicht.

Ich will mein Glück probieren,

Marschieren.


3) |: Sie, sie, sie und sie,

Frau Meisterin, leb sie wohl! :|

Ich sags ihr grad frei ins Gesicht,

Ihr Speck und Kraut, das schmeckt mir nicht.

Ich will mein Glück probieren,

Marschieren.


4) |: Er, er, er und er,

Herr Wirt, nun leb er wohl! :|

Hätt' er die Kreide nicht doppelt g'schrieb'n,

So wär ich länger dageblieben.

Ich will mein Glück probieren,

Marschieren.


5) |: Ihr, ihr, ihr und ihr,

Ihr Jungfern lebet wohl! :|

Ich wünsche euch zu guter Letzt

Ein Andern, der mein Stell ersetzt.

Ich will mein Glück probieren,

Marschieren.


6) |: Ihr, ihr, ihr und ihr,

Ihr Brüder, lebet wohl! :|

Hab ich Euch was zu Leid getan,

So bitt ich um Verzeihung an.

Ich will mein Glück probieren,

Marschieren.


1) Wer recht in Freuden wandern will,

der geht der Sonn entgegen.

Da ist der Wald so kirchenstill,

kein Lüftchen mag sich regen.

Noch sind nicht die Lerchen wach,

nur im hohen Gras der Bach singt leise den Morgensegen.


2) Die ganze Welt ist wie ein Buch,

darin uns aufgeschrieben

in bunten Zeilen manch ein Spruch,

wie Gott uns treu geblieben;

Wald und Blumen, nah und fern,

und der helle Morgenstern

sind Zeugen von seinem Lieben.


3) Da zieht die Andacht wie ein Hauch

durch alle Sinnen leise;

da pocht ans herz die lieb auch

in ihrer stillen Wiese,

pocht und pocht, bis sich's erschließt

und die Lippe überfließt

von lautem, jubelndem Preise.


4) Und plötzlich läßt die Nachtigall

im Busch ihr Lied erklingen;

im Berg und Tal erwacht der Schall

und will sich aufwärts schwingen,

und der Morgenröte Schein

stimmt in lichter Glut mit ein:

Laßt uns dem Herrn lobsingen.


1) Auf, auf zum fröhlichen Wandern, 

Auf in die grüne Heid, 

Es fängt schon an zu tagen, 

Es ist die höchste Zeit. 

Die Vöglein in den Wäldern 

Sind schon vom Schlaf erwacht 

Und haben auf den Feldern 

Das Morgenlied vollbracht. 

Tridihejo, dihejo, dihedihedio 

Tridio, hejo, dihejo, dihedio tridio.


2) Frühmorgens, als der Wandrer

In grünen Wald 'neinkam, 

Da sah er mit Vergnügen 

Das schöne Wildbret an. 

Die Gamslein Paar um Paare, 

Sie kommen von weit her, 

Die Rehe und das Hirschlein, 

Das schöne Wildbret schwer. 

Tridihejo ...


3) Das edle Wandrerleben 

Vergnüget meine Brust, 

Dem Walde rumzustreifen 

Ist meine höchste Lust. 

Wo Reh und Hirsche springen 

Wo Specht und  Kuckuck schallt, 

Wo Wanderlieder klingen, 

Da ist mein Aufenthalt. 

Tridihejo ...


3) Das Gras ist unser Bette 

der Wald ist unser Haus 

Wir trinken um die Wette 

das klare Wasser aus. 

Laßt drum die Faulen liegen 

gönnt ihnen ihre Ruh: 

Wir wandern mit Vergnügen 

dem schönen Walde zu. 

Tridihejo ..


1) Ein Jäger längs dem Weiher ging,

lauf, Jäger lauf!

Die Dämmerung den Wald umfing.

Lauf Jäger, lauf Jäger,

lauf, lauf, lauf, 

mein lieber Jäger, guter Jäger,

lauf, lauf, lauf, 

mein lieber Jäger lauf, 

mein lieber Jäger lauf.


2) Was raschelt in dem Grase dort?

Lauf, Jäger lauf!

Was flüstert leise fort und fort?

Lauf Jäger, lauf Jäger,

lauf, lauf, lauf, 

mein lieber Jäger, guter Jäger,

lauf, lauf, lauf, 

mein lieber Jäger lauf, 

mein lieber Jäger lauf.


3) Was ist das für ein Untier doch?

Lauf, Jäger lauf!

Hat Ohren wie ein Blocksberg hoch!

Lauf Jäger, lauf Jäger,

lauf, lauf, lauf, 

mein lieber Jäger, guter Jäger,

lauf, lauf, lauf, 

mein lieber Jäger lauf, 

mein lieber Jäger lauf.


4) Das muß fürwahr ein Kobold sein!

Lauf, Jäger lauf!

Hat Augen wie'n Karfunkelstein!

Lauf Jäger, lauf Jäger,

lauf, lauf, lauf, 

mein lieber Jäger, guter Jäger,

lauf, lauf, lauf, 

mein lieber Jäger lauf, 

mein lieber Jäger lauf.


5) Der Jäger furchtsam um sich schaut.

Lauf, Jäger lauf!

Jetzt will ich's wagen - o mir graut!

Lauf Jäger, lauf Jäger,

lauf, lauf, lauf, 

mein lieber Jäger, guter Jäger,

lauf, lauf, lauf, 

mein lieber Jäger lauf, 

mein lieber Jäger lauf.


6) Lauf, Jäger lauf!

Das Tier könnt' dir ein Leides tun!

Lauf Jäger, lauf Jäger,

lauf, lauf, lauf, 

mein lieber Jäger, guter Jäger,

lauf, lauf, lauf, 

mein lieber Jäger lauf, 

mein lieber Jäger lauf.



7) Der Jäger lief zum Wald hinaus,

lauf, Jäger lauf!

Verkroch sich flink im Jägerhaus.

Lauf Jäger, lauf Jäger,

lauf, lauf, lauf, 

mein lieber Jäger, guter Jäger,

lauf, lauf, lauf, 

mein lieber Jäger lauf, 

mein lieber Jäger lauf.


8) Das Häschen spielt im Mondenschein.

Lauf, Jäger lauf!

Ihm leuchten froh die Äugelein.

Lauf Jäger, lauf Jäger,

lauf, lauf, lauf, 

mein lieber Jäger, guter Jäger,

lauf, lauf, lauf, 

mein lieber Jäger lauf, 

mein lieber Jäger lauf


1) Wie lieblich schallt im grünen Wald

des Waldhorns süßer Klang!

Der Widerhall im Eichental

hallts noch so lang, hallts noch so lang.


2) Und jeder Baum im weiten Raum

dünkt uns noch mal so grün;

es wallt der Bach dem Schatten nach.

Durch's Tal dahin, dahin.


3) Und jede Brust fühlt neue Lust

bei frohen Zwillingston;

es flieht der Schmerz aus jedem Herz

so gleich davon, davon.



1) Im Wald und auf der Heide,

da such ich meine Freude,

|: ich bin ein Jägersmann. :|

Die Forsten treu zu hegen,

das Wildbret zu erlegen,

|: mein' Lust hab' ich daran. :|

|: Hal-li, hallo, hal-li hallo,

mein' Lust hab' ich daran. :|


2) Trag' ich in meiner Tasche 

ein Trünklein in der Flasche, 

|: zwei Bissen liebes Brot, :|

brennt lustig meine Pfeife, 

wenn ich den Forst durch streife,

|: da hat es keine Not. :| 

|: Hal-li, hallo, hal-li hallo,

mein' Lust hab' ich daran. :|


3) Im Walde hingestrecket, 

den Tisch mit Moos mir decket 

|: die freundliche Natur;: | 

den treuen Hund zur Seite, 

ich mir das Mahl bereite 

|: auf Gottes freier Flur. :|

|: Hal-li, hallo, hal-li hallo,

mein' Lust hab' ich daran. :|


4) Das Huhn im schnellen Zuge, 

die Schnepf' im Zickzackfluge 

|: treff ich mit Sicherheit. :|

Die Sauen, Reh' und Hirsche 

erleg' ich auf der Birsche,

|: der Fuchs läßt mir sein Kleid. :|

|: Hal-li, hallo, hal-li hallo,

mein' Lust hab' ich daran. :|


5) Und streich' ich durch die Wälder 

und zieh' ich durch die Felder

|: einsam den vollen Tag,: |

doch schwinden mir die Stunden 

gleich flüchtigen Sekunden,

|: tracht' ich dem Wilde nach. :|

|: Hal-li, hallo, hal-li hallo,

mein' Lust hab' ich daran. :|


6) Wenn sich die Sonne neiget, 

der feuchte Nebel steiget, 

|: mein Tagwerk ist getan, :|

dann zieh" ich von der Heide 

zur häuslich-stillen Freude, 

|:ein froher Jägersmann. :|

|: Hal-li, hallo, hal-li hallo,

mein' Lust hab' ich daran. :|


1) So scheiden wir mit Sang und Klang,

leb wohl, du schöner Wald,

mit deinen kühlen Schatten,

mit deinen grünen Matten,

du süßer Aufenthalt, du süßer Aufenthalt.


2) Wir singen auf dem Heimweg noch

ein Lied der Dankbarkeit:

Lad ein wie heut'uns wieder

auf Laubesduft und Lieder

zur schönen Maienzeit.


3) Schaut hin, von fern noch hört's der Wald

in seiner Abendruh',

die Wipfel möcht' er neigen,

er rauschet mit den Zweigen,

lebt wohl, ruft er uns zu


1) Ich geh' mit meiner Laterne

und meine Laterne mit mir.

Dort oben leuchten die Sterne,

und unten, da leuchten wir.

|: Mein Licht ist aus,

ich geh' nach Haus,

rabimmel, rabammel, rabum. :|


2) Ich geh' mit meiner Laterne

und meine Laterne mit mir.

Dort oben leuchten die Sterne,

und unten, da leuchten wir.

|: Der Martinsmann,

der zieht voran,

rabimmel, rabammel, rabum. :|


3) Ich geh' mit meiner Laterne

und meine Laterne mit mir.

Dort oben leuchten die Sterne,

und unten, da leuchten wir.

|: Wie schön das klingt,

wenn jeder singt,

rabimmel, rabammel, rabum. :|



4) Ich geh' mit meiner Laterne

und meine Laterne mit mir.

Dort oben leuchten die Sterne,

und unten, da leuchten wir.

|: Laternenlicht,

verlösch mir nicht!

Rabimmel, rabammel, rabum. :|


5 )Ich geh' mit meiner Laterne

und meine Laterne mit mir.

Dort oben leuchten die Sterne,

und unten, da leuchten wir.

|: Mein Licht ist aus,

ich geh' nach Haus,

rabimmel, rabammel, rabum. :|


Laßt uns froh und munter sein

und uns recht von Herzen freun!

Lustig, lustig, traleralera!

Bald ist Martinsabend da,

bald ist Martinsabend da!


Laterne, Laterne,

Sonne, Mond und Sterne.

Brenne auf, mein Licht,

Brenne auf, mein Licht,

Aber nur meine liebe Laterne nicht.


1) Sankt Martin, Sankt Martin, Sankt Martin

ritt durch Schnee und Wind,

sein Roß das trug ihn fort geschwind.

Sankt Martin ritt mit leichtem Mut:

sein Mantel deckt' ihn warm und gut.


2) Im Schnee saß, im Schnee saß,

im Schnee da saß ein armer Mann,

hatt' Kleider nicht, hatt' Lumpen an.

"O helft mir doch in meiner Not,

sonst ist der bittre Frost mein Tod!"


3) Sankt Martin, Sankt Martin,

Sankt Martin zog die Zügel an,

sein Roß stand still beim armen Mann,

Sankt Martin mit dem Schwerte teilt'

den warmen Mantel unverweilt.


4) Sankt Martin, Sankt Martin

Sankt Martin gab den halben still,

der Bettler rasch ihm danken will.

Sankt Martin aber ritt in Eil'

hinweg mit seinem Mantelteil.


1) Abend wird es wieder:

über Wald und Feld

säuselt Frieden nieder,

und es ruht die Welt.


2) Nur der Bach ergießet

sich am Felsen dort,

und er braust und fließet

immer, immer fort.


3) Und kein Abend bringet

Frieden ihm und Ruh,

keine Glocke klinget

ihm ein Rastlied zu.


4) So in deinem Streben

bist, mein Herz, auch du:

Gott nur kann dir geben

wahre Abendruh.


1) Der Mond ist aufgegangen,

Die goldnen Sternlein prangen

Am Himmel hell und klar;

Der Wald steht schwarz und schweiget,

Und aus den Wiesen steiget

Der weiße Nebel wunderbar.


2) Wie ist die Welt so stille,

Und in der Dämmrung Hülle

So traulich und so hold!

Als eine stille Kammer,

Wo ihr des Tages Jammer

Verschlafen und vergessen sollt.


3) Seht ihr den Mond dort stehen?

Er ist nur halb zu sehen,

Und ist doch rund und schön!

So sind wohl manche Sachen,

Die wir getrost belachen,

Weil unsre Augen sie nicht sehn.


4) Wir stolze Menschenkinder

Sind eitel arme Sünder

Und wissen gar nicht viel;

Wir spinnen Luftgespinste

Und suchen viele Künste

Und kommen weiter von dem Ziel.


5) Gott, laß uns dein Heil schauen,

Auf nichts Vergänglichs trauen,

Nicht Eitelkeit uns freun!

Laß uns einfältig werden

Und vor dir hier auf Erden

Wie Kinder fromm und fröhlich sein!


6) Wollst endlich sonder Grämen

Aus dieser Welt uns nehmen

Durch einen sanften Tod!

Und, wenn du uns genommen,

Laß uns in Himmel kommen,

Du unser Herr und unser Gott!


7) So legt euch denn, ihr Brüder,

In Gottes Namen nieder;

Kalt ist der Abendhauch.

Verschon uns, Gott! mit Strafen,

Und laß uns ruhig schlafen!

Und unsern kranken Nachbar auch!



1) Weißt du wieviel Sterne stehen

an dem blauen Himmelszelt?

Weißt du wieviel Wolken gehen

weithin über alle Welt?

Gott, der Herr, hat sie gezählet,

daß ihm auch nicht eines fehlet,

an der ganzen großen Zahl,

an der ganzen großen Zahl.


2) Weißt du wieviel Mücklein spielen

in der hellen Sonnenglut?

Wieviel Fischlein auch sich kühlen

in der hellen Wasserflut?

Gott, der Herr, rief sie mit Namen,

daß sie all’ ins Leben kamen

Daß sie nun so fröhlich sind

Daß sie nun so fröhlich sind.


3) Weißt du wieviel Kinder schlafen,

heute nacht im Bettelein?

Weißt du wieviel Träume kommen

zu den müden Kinderlein?

Gott, der Herr, hat sie gezählet,

daß ihm auch nicht eines fehlet,

kennt auch dich und hat dich lieb,

kennt auch dich und hat dich lieb.


4) Weißt du, wieviel Kinder frühe

stehn aus ihrem Bettlein auf,

Daß sie ohne Sorg und Mühe

fröhlich sind im Tageslauf?

Gott im Himmel hat an allen

seine Lust, sein Wohlgefallen,

Kennt auch dich und hat dich lieb.

Kennt auch dich und hat dich lieb.



1) Kein schöner Land in dieser Zeit,

als hier das unsre weit und breit,

wo wir uns finden

wohl unter Linden

zur Abendzeit, Abendzeit.


2) Da haben wir so manche Stund'

gesessen wohl in froher Rund'

und taten singen;

die Lieder klingen

im Eichengrund.


3) Daß wir uns hier in diesem Tal

noch treffen so viel hundertmal,

Gott mag es schenken,

Gott mag es lenken,

er hat die Gnad'.


4) Nun, Brüder, eine gute Nacht,

der Herr im hohen Himmel wacht!

In seiner Güten

uns zu behüten

ist er bedacht.